Am 06. August 2026 veröffentlicht DATEV die neue Programmversion 20.0 – das planmäßige Major Release, das jedes Jahr im August erscheint und den Großteil der DATEV-Programmpalette betrifft. Wer die Vorbereitung rechtzeitig angeht, sorgt dafür, dass die Kanzlei am Montag nach dem Update störungsfrei arbeiten kann.
Was ist ein DATEV Major Release?
DATEV unterscheidet zwischen Service-Releases (kleinere Korrekturen und Hotfixes, meist monatlich) und Major Releases (einmal jährlich im August). Ein Major Release bringt neue Funktionen, Anpassungen an Gesetzesänderungen und grundlegende Verbesserungen der Softwarearchitektur.
Der Unterschied in der Praxis: Während Service-Releases oft im Hintergrund eingespielt werden können, erfordern Major Releases mehr Vorbereitung – neue Systemvoraussetzungen, potenziell veränderte Oberflächen und Abhängigkeiten zu anderen Softwareprodukten.
Zum Vergleich: Das letzte Major Release, DATEV-Programme 19.0 (07. August 2025), umfasste 334 Programme in der Hauptversion und weitere 118 Programme der Lösungen für Unternehmen – ein Update, das faktisch die gesamte DATEV-Installation betrifft.
Was bringt DATEV 20.0?
Die genauen Inhalte von 20.0 hat DATEV zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht vollständig veröffentlicht. Erfahrungsgemäß umfasst jedes Major Release:
- Anpassungen an aktuelle steuerrechtliche Änderungen (z. B. neue Formulare, Meldewege)
- Aktualisierte Mindestanforderungen an Betriebssystem und SQL-Server
- Verbesserte Performance und Stabilität in häufig genutzten Modulen
- Neue oder überarbeitete Funktionen in der Kanzleisoftware
- Schnittstellen-Updates zu externen Diensten (ELSTER, DATEV Unternehmen online u. a.)
Aktuelle Informationen finden Sie direkt bei DATEV: DATEV MyUpdates und im DATEV-Informationscenter.
Warum braucht ein Major Release besondere Vorbereitung?
Service-Releases sind technisch überschaubar – ein Major Release ist das nicht. Drei Risikobereiche sollten Kanzleien kennen:
Systemvoraussetzungen können sich ändern
DATEV erhöht mit jedem Major Release die Mindestanforderungen. Das bedeutet: Ein Betriebssystem oder eine SQL-Server-Version, die bei 19.0 noch unterstützt wurde, kann bei 20.0 aus dem Support fallen. Wer das nicht vorab prüft, riskiert Kompatibilitätsprobleme nach dem Update.
Drittanbieter-Software kann reagieren
Viele Kanzleien nutzen Zusatzprodukte, die mit DATEV kommunizieren – Dokumentenmanagementsysteme, Archivierungslösungen oder Spezialanwendungen. Diese Produkte müssen mit dem neuen DATEV-Release kompatibel sein. Häufig stehen entsprechende Updates der Drittanbieter erst kurz vor oder nach dem DATEV-Termin bereit.
Checkliste: Was Ihre Kanzlei jetzt tun sollte
Vor dem 06. August 2026
- Systemanforderungen für DATEV 20.0 im DATEV-Informationscenter prüfen (sobald verfügbar)
- Betriebssystem-Versionen aller DATEV-Clients und Server dokumentieren und auf Kompatibilität prüfen
- SQL-Server-Version und -Lizenzstatus validieren
- Alle eingesetzten Drittanbieter-Produkte auf Kompatibilität recherchieren
- Testumgebung (falls vorhanden) vorab mit 20.0 bespielen und kritische Workflows prüfen
- Mitarbeiter über das Update-Wochenende informieren
- Wichtige Fristen in der Woche nach dem Update im Blick behalten (keine kritischen Abgaben direkt am 07.08. planen)
Wie digital73 den Rollout für betreute Kanzleien handhabt
Für alle Kanzleien, die wir im Managed Service betreuen, übernehmen wir das Major Release vollständig:
- Vorbereitungsphase (ab ca. 4 Wochen vorher): Systemvoraussetzungen prüfen, Drittanbieter-Kompatibilität klären, ggf. vorbereitende Updates einplanen
- Rollout (Samstag, 08.08.2026): Installation von DATEV 20.0 in allen betroffenen Systemen, Basistests kritischer Funktionen
- Nachbereitung (Montag, 10.08.2026): Statuscheck beim Arbeitsstart, Monitoring erhöhter Aufmerksamkeit für 72 Stunden
Unsere Kanzleien werden vor dem Update per E-Mail informiert und erhalten nach dem Rollout eine kurze Statusmeldung.
Fazit
Ein DATEV Major Release ist kein gewöhnliches Update. Der Umfang von typischerweise 300–400 betroffenen Programmen, die möglichen Änderungen an Systemvoraussetzungen und die Abhängigkeiten zu Drittanbieter-Software machen eine strukturierte Vorbereitung notwendig. Wer jetzt anfängt, hat genug Zeit – und einen ruhigen Montag nach dem Update-Wochenende.
Kanzlei noch nicht in guten Händen?
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